Die Hotelmärkte haben sich deutlich von Corona erholt. Übernachtungszahlen, Auslastung und Zimmerraten sind in den meisten Märkten wieder spürbar gestiegen. In Deutschland lag die durchschnittliche Hotelauslastung in den vergangenen zwölf Monaten per Juni 2026 bei rund 68 Prozent, die durchschnittliche Zimmerrate bei 116 Euro und der RevPAR, also der Umsatz pro verfügbarem Zimmer, bei 79 Euro.1 Auch in Europa zeigen viele Märkte wieder robuste Fundamentaldaten. Kein Wunder also, dass laut CBRE mehr als 90 Prozent der befragten europäischen Hotelinvestoren ihre Allokation in Hotels 2026 halten oder erhöhen wollen.2
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Segment einfach zu alten Mustern zurückgekehrt ist. Die Hotellerie hat sich strukturell verändert: Reise- und Buchungsverhalten, Kostenstrukturen und Nutzererwartungen sind heutzutage heterogener als früher. Ein Hotelkonzept, das starr nur auf eine Zielgruppe beziehungsweise einen Reisezweck ausgerichtet ist, kann stärker unter volatiler Nachfrage leiden. Das gilt für reine Geschäftsreisehotels ebenso wie für die klassischen Urlaubshotels zum Beispiel am Mittelmeer. Auch eine klare Abgrenzung von Premium auf der einen und Budget auf der anderen Seite ist mitunter nicht mehr zielführend.
Resilienter sind Konzepte, die verschiedene Nachfragequellen verbinden. Dazu gehört der sogenannte B-Leisure-Trend, also die Mischung aus Business- und Freizeitreisen in den Städten. Dazu gehören aber auch Hotels, die preisbewusst, effizient und komfortabel zugleich sind, ohne billig zu wirken. Limited-Service-Konzepte können hier eine wichtige Rolle spielen: Sie sprechen mehrere Zielgruppen an: Städtereisende, Geschäftsreisende, Projektmitarbeiter oder Gäste, die flexible, funktionale und gut angebundene Unterkünfte suchen, sich aber nur wenig dort aufhalten und deshalb auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten können. Zum Teil kann dabei die Grenze zu Serviced Apartments verschwimmen, wobei ein relevanter Unterschied zwischen Wohnen und Hotellerie bleibt: die Länge – oder besser gesagt: Kürze – des Aufenthalts.