Nachhaltige ImmobilienWas eine Immobilie nachhaltig macht

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zuletzt aktualisiert01.04.2026
KategorieNachhaltigkeit
Braunes, modernes Gebäude mit mehreren Etagen und Fenstern, blauer Himmel im Hintergrund.

Nachhaltigkeit ist in der Immobilienbranche längst kein Nischenthema mehr. Aber was steckt wirklich dahinter, jenseits von Hochglanzbroschüren und Zertifikaten? Wir zeigen, wie wir bei der Commerz Real konkret daran arbeiten, das Immobilien-Portfolio von hausInvest zukunftsfähig zu machen.  

Wer von nachhaltigen Immobilien spricht, denkt meist zuerst an Energieeffizienz und CO₂-Emissionen. Das ist wichtig. Aber nicht genug. Nachhaltigkeit bei Immobilien bedeutet, ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammenzudenken. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen vier Projekte aus dem hausInvest-Portfolio.

Praxisbeispiel 1

Tucherpark München: Ein ganzes Quartier neu denken

Mitten in München, zwischen Englischem Garten und Isar: Der Tucherpark ist 167.000 m² groß, liegt in bester Lage – und war dennoch jahrelang kaum genutzt. Zehn Bestandsgebäude, viel ungenutztes Potenzial.

Seit 2019 gehört das Areal zu hausInvest. Unser Ansatz: kein schnelles Abreißen und Neubauen, sondern eine tiefgreifende Transformation, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammenführt.

Geplant ist unter anderem ein Wasserkraftwerk, das die Energie des durchfließenden Eisbach nutzt, um das Quartier mit Strom zu versorgen. Natur-Areale werden wiederbelebt, neue Entspannungsflächen entstehen. Und: Ein Teil der Flächen ist für geförderten Wohnraum vorgesehen.
Luftaufnahme einer Stadt mit Fluss, umgeben von Bäumen und modernen Gebäuden, bei klarem Himmel.
Ein Kreisverkehr mit Regenbogenfarben, umgeben von modernen Gebäuden und Geschäften in einer Stadtstraße.
Praxisbeispiel 2

Schäfergasse Frankfurt: Wenn ein Bürogebäude zum Zuhause wird

In der Frankfurter Schäfergasse 33 stand ein ehemaliges Bürogebäude leer. Wir haben entschieden, es nicht in teure Eigentumswohnungen umzuwandeln – sondern in 64 soziale, teilweise barrierefreie Wohneinheiten für das hausInvest-Portfolio.

In Zusammenarbeit mit der Caritas entstanden hier Wohnungen für armutsgefährdete und sozial benachteiligte Menschen. Das Projekt folgt dem Leitgedanken des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt": Stadtteile nicht nur baulich, sondern ganzheitlich mit Blick auf ihre soziale Bedeutung entwickeln.

Für uns als Asset Manager bedeutet das: Rendite und sozialer Mehrwert schließen sich nicht aus. Sie bedingen einander – wenn man langfristig denkt. Die Branche sieht das ähnlich: 2024 wurde die Schäfergasse mit dem RealGreen Award der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF e.V.) ausgezeichnet1 – für ihre Vorreiterrolle bei der nachhaltigen Bestandstransformation.
Praxisbeispiel 3

2Amsterdam: Das smarte Gebäude als Lernmaschine

2Amsterdam in den Niederlanden ist BREEAM Excellent zertifiziert – ein Nachweis dafür, dass Nachhaltigkeit hier nicht erst beim Betrieb beginnt, sondern schon beim Bau. Wie das im Alltag funktioniert, zeigt das hausInvest-Bürogebäude als zertifiziertes Smart Building: Alle relevanten Verbrauchswerte werden digital erfasst und gesteuert: Betriebskosten, CO₂-Bilanz, Luftqualität, Temperatur, Beleuchtung. Mieter:innen sehen ihren eigenen Verbrauch in Echtzeit und können aktiv Rückmeldungen geben.

Das klingt nach Technik, ist aber vor allem eine Frage der Haltung. Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit aktiv voranzutreiben – gemeinsam mit unseren Mieter:innen.

Die Daten aus 2Amsterdam fließen in die Strategie für andere Immobilien im Portfolio ein. So lernt das gesamte Portfolio.
Modernes Hochhaus mit Glasfassade und dem Schriftzug "INNSiDE" bei Abenddämmerung.
Menschen gehen durch ein modernes Einkaufszentrum mit Glasdach und grünen Wänden.
Praxisbeispiel 4

Forum Medikum Mülheim: Vom Shoppingcenter zur Versorgungsinfrastruktur

Das ehemalige Shoppingcenter in Mülheim gehört zu hausInvest und stand vor einer einfachen Frage: Weitermachen wie bisher oder neu denken? Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Das Forum Medikum wurde von Grund auf saniert, umgebaut und neu gedacht. Heute treffen hier Einkaufsflächen auf Arztpraxen, Therapieräume und Sanitätshäuser. Ein Ort, der nicht mehr nur konsumiert, sondern versorgt – und damit wieder wirklich gebraucht wird.

Die kleinteilige Vermietung an viele unterschiedliche Mieter:innen sorgt außerdem für Stabilität: Mieteinnahmen hängen nicht an einer einzigen großen Partei. Und die Gestaltung folgt den Prinzipien der Healing Architecture: viel Grün, offene Flächen, eine beruhigende Ästhetik. Weil Räume, in denen man sich wohlfühlt, einfach mehr genutzt werden.

Vom Ankauf bis zum Verkauf: Nachhaltigkeit als Prozess

Was 2Amsterdam im Betrieb zeigt, gilt für jede Immobilie im Portfolio und beginnt lange vor dem ersten Mieter. Schon beim Ankauf prüfen wir, wie emissionsintensiv ein Objekt ist und wie es sich auf unsere portfolioübergreifende CO₂-Bilanz auswirkt. Im Asset Management erfassen wir Verbräuche und Emissionen systematisch. Daten, die kein Selbstzweck sind, sondern Grundlage für konkrete Maßnahmen. Und beim Verkauf fließt ein, wie der Abgang das Portfolio insgesamt beeinflusst. Drei Phasen, eine Logik: Jede Entscheidung wird an ihren Auswirkungen auf die CO₂-Bilanz gemessen.

Neue Möglichkeiten für Immobilienfonds

Immobilien und Energieerzeugung werden von Investor:innen zunehmend zusammen gedacht. Mit dem Standortförderungsgesetz haben sie nun auch die rechtlichen Grundlagen, um die Pläne in die Praxis umsetzen zu können. So können zum Bespiel Immobilienfonds jetzt bis zu 15 % ihres Vermögens in Anlagen zur Erneuerung, Speicherung oder zum Transport erneuerbarer Energien investieren – auch ohne direkte Verbindung zu einer Immobilie.
Wir können nun endlich unser jahrelanges Know-how im Bereich der erneuerbaren Energien nutzen, um diese Möglichkeiten für uns so rasch zu möglich auszuschöpfen.
Mario Schüttauf
hausInvest Fondsmanager seit 2007

1https://www.realgreenaward.de/wp-content/uploads/2025/07/RealGreen-Award-Gewinner-2024.pdf