Das Zinsumfeld war für Immobilieninvestitionen in den vergangenen Jahren ein entscheidender Faktor. Auf den Zinsschock 2022/23 folgte eine Phase der Unsicherheit, schließlich der schrittweisen Zinssenkungen auf ein Niveau von zwei Prozent bei den Leitzinsen im Euroraum, welches zuletzt stabil war und von den meisten Marktteilnehmern als „neutraler Zins“ oder auch „new normal“ nach den Jahren der sehr niedrigen Zinsen eingestuft wurde. Das führte letztlich auch wieder zu einer größeren Zuversicht an den Immobilienmärkten.
Mit den durch den Irankrieg bedingten Öl- und Gaspreisanstiegen wächst nun jedoch wieder die Ungewissheit bezüglich der künftigen Inflations- und Zinsentwicklung. Doch jenseits von solchen kurzfristigen Beobachtungen hat sich das Finanzierungsumfeld für Immobilieninvestitionen in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert: Es ist komplexer geworden, vielfältiger, kompetitiver – und damit vielleicht auch widerstandsfähiger?
Schon vor dem Irankrieg galt, dass keine Rückkehr zu alten Mustern zu beobachten war, sondern sich ein breiteres und heterogeneres Marktbild herausgebildet hatte. Klassische Banken sind und bleiben darin wichtige Finanzierungspartner. Sie agieren jedoch selektiv und vorsichtig, nicht zuletzt regulatorisch bedingt, und nehmen nicht mehr jedes Risiko und jeden Beleihungsauslauf mit. Das bedeutet wie so oft für Investoren Herausforderung und Chance zugleich.