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Viele Windenergieanlagen der ersten EEG-Generation kommen in die Jahre: Anlagen, die zwischen 2000 und 2005 errichtet wurden, erreichen nach und nach das Ende ihrer technischen Lebensdauer und fallen aus der Förderung. Zwischen 2034 und 2037 dürften Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 54 Gigawatt die Altersgrenze überschreiten. Damit entsteht ein erheblicher Ersatz- oder Repowering-Bedarf.

Dabei werden Altanlagen an bestehenden Standorten durch moderne, größere und deutlich leistungsfähigere Anlagen ersetzt. Die Leistungssteigerungen liegen beim Faktor drei oder teilweise darüber. Gleichzeitig wird nicht bei null begonnen. Repowering nutzt etablierte Windstandorte und vorhandene Infrastruktur. Besonders wichtig sind die Netzanschlüsse, die in vielen Regionen zu den knappsten Ressourcen der Energiewende gehören.

Neue Anlagen können diese Anschlüsse effizienter nutzen. Sie produzieren zuverlässiger, haben höhere Volllaststunden und ermöglichen deshalb eine stabilere Einspeisung. Hinzu kommt, dass eine Überbauung von Netzanschlüssen inzwischen möglich ist. Dabei wird mehr Erzeugungsleistung installiert, als der Netzanschluss nominell aufnehmen kann. Das kann sinnvoll sein, weil Wind- oder Solarparks selten ihre Maximalleistung einspeisen. Die höhere Verlässlichkeit gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil Stromabnahmeverträge (PPAs) stärker an die Stelle der früheren EEG-Einspeisevergütungen treten. Für PPAs sind stabile Erzeugungsprofile jedoch ein wichtiges Kriterium. 

Windkraftanlagen auf bewaldeten Hügeln und Bergen unter blauem Himmel mit weißen Wolken

Gegenüber Greenfield-Projekten hat Repowering klare Vorteile: Die Standorte sind erprobt, die Windverhältnisse bekannt, die Netzanbindung besteht bereits, Genehmigungsverfahren sind oft weniger grundlegend aufwendig als bei völlig neuen Projekten und lokalpolitischer Widerstand kann geringer ausfallen, wenn die Fläche vorher für Windenergie genutzt wurde. Gleichwohl ist die Ausführung kein Selbstläufer, Bau und Baulogistik bleiben herausfordernd.

Der Schwerpunkt liegt derzeit klar bei Onshore-Wind. Aber auch bei Photovoltaik wird Repowering wichtiger. Ältere Module, Wechselrichter und Parkkonzepte lassen sich zunehmend durch leistungsfähigere Technik ersetzen. Auch hier geht es darum, bestehende Standorte und Netzanschlüsse besser zu nutzen. Repowering verlangt jedoch technische Erfahrung, präzise Projektsteuerung und Finanzierungskompetenz. Zudem darf ein Portfolio nicht in eine Situation geraten, in der zu viele Anlagen gleichzeitig stillstehen. Repowering ist deshalb kein reines Ersatzprogramm, sondern eine aktive Asset-Management-Maßnahme.

Auch die Altanlagen selbst müssen professionell behandelt werden. Ein Teil wird in Drittländer exportiert und dort weiterbetrieben. Gleichzeitig ist Recycling inzwischen üblich. Stahl, Beton, Kupfer und andere Komponenten lassen sich in großen Teilen wiederverwerten. Bei Rotorblättern war die Wiederverwertung lange schwieriger, doch auch hier entstehen zunehmend industrielle Lösungen.

Unsere Einschätzung

Repowering wird eines der zentralen Themen der kommenden Jahre. In einzelnen Märkten könnte es für den Zubau bald wichtiger werden als neue Greenfield-Projekte. Für Investoren bietet der Ansatz die Chance, bestehende Standorte produktiver zu machen und Entwicklungsrisiken zu reduzieren. Entscheidend bleibt die Umsetzung: Commerz Real ist seit mehr als 20 Jahren im Bereich Erneuerbare -Energien-Infrastruktur aktiv und verfügt über die Expertise, solche Strategien technisch, kaufmännisch und strukturell zu begleiten.