Wohnen bleibt eines der zentralen Themen institutioneller Immobilieninvestoren. Das liegt sowohl an der Markterholung nach der Zinswende als auch an der strukturell hohen Nachfrage, während gleichzeitig wegen hoher Kosten zu wenig gebaut wird. Urbanisierung, demografischer Wandel, kleinere Haushalte und eine mobilere Arbeitswelt verändern die Nachfrage nach Wohnraum sowohl quantitativ als auch qualitativ. Gebraucht wird ein neues Verständnis von „Wohninfrastruktur“.
Denn es geht nicht allein darum, dass in Metropolen und Schwarmstädten Wohnungen fehlen und die Mieten entsprechend steigen. Die andere Frage ist, welche Art von Wohnraum überhaupt künftig gebraucht wird. Die Zahl der Haushalte steigt weiter, während die durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt. In Deutschland wird deshalb bis 2035 ein Anstieg von rund 40 auf 43 Millionen Haushalte erwartet. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen in Städten leben, arbeiten, studieren oder zeitweise pendeln. Der Druck auf urbane Flächen nimmt überproportional zu. Wohnen muss effizienter, flexibler und bezahlbarer werden.
Vor diesem Hintergrund ist Micro Living kein Ersatz für klassischen Wohnungsbau. Es ist auch nicht einfach eine „kleine Wohnung“. Stattdessen handelt es sich um eigene Wohnkonzepte: kompakte private Einheiten, intelligente Grundrisse, möblierte oder teilmöblierte Ausstattung, flexible Mietmodelle sowie Gemeinschafts- und Serviceflächen. Damit adressiert Micro Living ganz unterschiedliche Lebensphasen und Zielgruppen, denen nur gemeinsam ist, dass sie im klassischen Wohnungsmarkt oft nur unzureichend berücksichtigt werden.